Transparent WorkshopWas für eine Woche... Und sie ist erst zur Hälfte rum! Der Montag fing um 7 Uhr mit Gassi gehen an, da wir mal wieder einen Hund bei uns hatten :) Danach hieß es weiter die Demo für eine bessere Bildung vorzubereiten. Im Gegensatz zu so mancher vorherigen Demo, sollte diese Demo wirklich NUR für ein besseres Bildungssystem sein und damit einen großen Teil der Studierendenschaft mobilisieren. Die Studivzgruppe wuchs pro Tag um ca. 140 Studis an und ist innerhalb vom letzten Donnerstag bis jetzt auf 726 Mitglieder angewachsen (Name: Dortmunder Studis streiken für eine bessere Bildung). Wobei das Wort demonstrieren passender, jedoch auch gleich radikaler, gewesen wäre.
Auf einer Vorbereitungssitzung habe ich darum gebeten, dass der Fahrer des LKWs auf der Demo doch bitte einmal bei mir klingeln lassen soll, wenn er beim AStA ankommt, damit ich aus der Vorlesung kommen kann, um zu helfen und danach zur Demo zu fahren. Daraufhin wurde ich von einem Mitorganisator verdutzt angeschaut. Nach 5 Sekunden meinte er, sowas wie: "Es ist Bildungsstreik. Und du gehst zur Vorlesung und hilfst nicht mit?" - Kein Kommentar...
Demo in der InnenstadtAbends habe ich dann einfach mal einen Transpi-Workshop geleitet. Zwar habe ich das erstes Transpi meines Lebens erst am nächsten Tag erstellt, aber das Einkaufen und Durchführen lief trotzdem unerwartet gut :)
Am Dienstag ging es um 8:30 Uhr zur Vorlesung, welche sich Inhaltlich definitiv gelohnt hat :) Glücklicherweise hat danach das Wetter mitgespielt, so dass fast ohne Regen gut 1000 Studis bei der Demo mitgemacht haben! Relativ fix ging es über den Dortmunder Wall zum Friedensplatz, wobei der Videowagen der Polizei ein paar Studis durch seine Anwesenheit verärgert hat. Außer einen paar Sitzblockaden war die Demo sehr locker, jedoch wohl für einige Studis dann doch zu kurz. Nach dem Ende der Demo wurde der Anmelder vom Dortmunder AStA noch kurz als "Scheiß SPD'ler und Jusos" per Megafon beschimpft. Er ist nicht in der SPD und auch kein Juso... Hauptsache, man hat seinem Ärger Luft gemacht...
Sperrung am RingDie Studis sind dann über den Hellweg und HBF zur Uni zurück gegangen und haben dort relativ spontan den Hörsaal in der EF-50 besetzt. Obwohl der Hörsaal 600 Sitzplätze hat, reichte diese Anzahl ein paar Stunden später nicht mehr, für die Menge an Studierenden, die dort waren!
Nachdem ich bei der Besetzung kurz neugierig mit hineingegangen bin, bin ich auch schon direkt danach mit dem Dozenten wieder hinaus gegangen, der mir freundlich die Tür öffnete und meinte: "Ganz schön laut da drin" :) Auf meine Frage, welche Veranstaltung gerade ausgefallen sei, antwortete er: "Nein, Nein, Nein, die ist nicht ausgefallen. Ich habe nur früher Schluss gemacht!". Er unterstütze die Studierenden, wie es in der Folge mehrere Professoren gesagt haben.
Im AStA stand bis um halb vier das Telefon nicht mehr still. Einige Zeitungen, Radiosender, sowie Fernsehsender haben angerufen und sich über die Situation informiert. Da habe ich dann auch gelernt, dass wenn man sagt, dass das Ganze vom AStA nicht geplant war, in der Presse später steht, dass der AStA das nicht unterstützt. In einer Zeitung stand direkt dahinter dann noch, dass der AStA aber seine Hilfe zugesagt hat. Das kommt der Sache zwar schon näher, ergibt aber wenig Sinn, mit dem vorhergesagten...
Nun denn, ein bisschen Erfahrung mit der Presse kann im Leben auch nicht schaden!
HörsaalbesetzungAbends hat sich der AStA noch zu einer Krisensitzung getroffen, da es schließlich nicht gerade gut aussieht, wenn der AStA sich gar nicht positionieren möchte. Auch wenn die Position danach für einige immer noch nicht so klar war, kann ich hier sagen, dass der AStA der Hörsaalbesetzung seine Hilfe anbietet und unterstützt, jedoch keine Organisationshilfe bereit stellen möchte. Die ist auch gar nicht von Nöten, da sich die Besatzer selbst sehr gut organisiert haben. Man möge nur mal in den AStA gehen und die Flaschen zählen ;)
Es gibt Arbeitskreise für so ziemlich alle. AK-Presse, AK-Küche und sicherlich noch einige politische. Als größte Errungenschaft der Besetzer muss man die PM und die Forderungen anführen, da ich wirklich Respekt davor habe, dass am Ende 200, wenn nicht gar 300 Studis diese im Konsens angenommen haben.
Lars vor den StudisHeute fand an der Uni dann die Studierendenvollversammlung statt, welche von Frau Gather besucht wurde. Zuerst gab es ein bisschen AStA-Bashing... Wo der AStA denn gewesen sei, als Studiengebühren eingeführt wurden... Nun ja, was soll man dazu sagen? (Fast) Niemand aus dem jetzigen AStA war in dem (sehr linken) AStA, unter welchem die Studiengebühren eingeführt wurden. Seitdem gab es interessanterweise auch keinen sehr linken AStA mehr g
Herr Grünzweig, Prorektor für Studium und Lehre und Frau Gather, Rektorin der TU DortmundDie Diskussion mit unserer Rektorin verlief aus meiner Sicht ziemlich gut, weil nun die Studierenden hören konnten, dass das Rektorat einige Probleme genauso sieht und dabei auf der Seite der Studierenden steht. Nachher wurde an mich herangetragen, dass der AStA sich zu wenig selbst zu Wort gemeldet hätte. Ich selbst habe deshalb nicht Frau Gather viel fragen wollen, da ich in 5 Tagen ein Rektoratsgespräch haben werde und daher lieber die Studis zu Wort kommen lassen wollte.
Nach der SVV bin ich dann noch in den besetzen Hörsaal gegangen, aber nach 26 Stunden Besetzung, waren die 60 Anwesenden nicht mehr sehr aufnahmefähig und daher habe ich mein Angebot, etwas über die hochschulpolitische Landschaft der Uni Dortmund zu erzählen, für mich behalten. Dafür hatte ich einige schöne Diskussionen mit Studis rund um die Besetzung.
Die erste Hälfte der Woche passt wunderbar zur zweiten. Denn dort werde ich den Bundestag von innen sehen :)