
Vorgestern bin ich endlich mit dem Entwickeln der Fotos aus dem letzten Urlaub fertig geworden. Der Grund warum es ein bisschen länger dauerte, liegt an dem geänderten Workflow. Nachdem ich längere Zeit mit
Rawtherapee gearbeitet habe, war ich in letzter Zeit mit einigen Fotos unzufrieden. Im Forum konnte mir nicht geholfen werden, daher habe ich die Testversion von Nikon Capture NX 2 ausprobiert und bin begeistert!
Der auf der Hand liegende Vorteil ist natürlich, dass ich jederzeit die Fotos genauso aus den
Raws entwickeln kann, wie es die Kamera macht. Das ist ein Vorteil, weil die Fotos von anderen Rawkonvertern oftmals erstmal schlechter als die Fotos "out of the cam" waren.
Und diese qualitativ guten Ergebnisse kann ich nun mit Capture NX noch weiter verbessern! Und die Möglichkeiten mit der innovativen Bedienung und des Radierers sind ein Quantensprung für mich.
Wen es interessiert, hier einmal der Workflow wenn ich Fotos schieße:
- Einlesen der Fotos
Mit einem USB 2.0 Cardreader lese ich die Fotos ein.
- Umbenennen der Fotos
Ich benenne alle jpg und nef anhand des Zeitstempels in das Format "JahrMonatTag-StundeMinuteSekunde" um. So wird jedes von mir aufgenommene Foto einen eindeutigen Dateinamen haben. Da beim Entwickeln auf Fotopapier die Anbieter auch immer den Dateinamen hinten aufdrucken, habe ich bei Papierausdrucken immer sofort die Information, wann das Foto aufgenommen wurde.
- Setzen des Copyrights
Hier setze ich schon das erste Copyright auf meinen Namen.

- Verschieben auf den Rechner
Meine Verzeichnisstruktur ist zuerst in Jahre unterteilt. Danach folgt eine Unterscheidung nach der Art der Fotos. Bei mir gibt es dazu folgende Unterscheidungen: freanki, für meine Fotos - andere, für die Fotos von anderen - raw, für die Raws - video, für Videos, welche mit meiner Kamera aufgenommen wurde.
Innerhalb dieser Verzeichnisse sind die Unterverzeichnisse in dem Format: "JahrMonatTag - Beschreibung des Tags". Ein komplette Beispiel wäre also:
"2010/freanki/20100115 - Slowakei/20100115-122434.jpg" und genau dort findet man das obige Foto 
Alles was bisher an Arbeit angefallen ist, wird von einem selbstgeschriebenen Script mit Hilfe von jhead und exiftools unter linux erledigt, so dass ich fast keine Arbeit damit habe. Ich muss nur einen Namen für das Verzeichnis ausdenken.
- Taggen der Raws
Ich tagge die Personen, welche auf den einzelnen Fotos zu sehen sind. Als Programm zur Verwaltung meiner Fotos nutze ich Digikam.
- GPS Koordinaten hinzufügen
Sofern gps Koordinaten für die den einzelnen Ort vorliegen oder ich meinen GPS-Tracker genutzt habe, werden die Raws nun mit der Information versehen. Bei Daten vom Tracker funktioniert der Datenabgleich voll automatisch. Habe ich den Tracker also mit dabei, brauche ich danach nur noch die Fotos und den Track auswählen und die Daten abgleichen. Schon habe ich von jedem Foto den Ort dabei.
- Bewerten der Fotos
Nun schießt man viel zu viele Fotos. Ob sie nun einfach daneben gegangen sind oder man von einem Objekt mehrere mit verschiedenen Einstellungen aufgenommen hat, es passiert immer. Daher bewerte ich alle Fotos, die inhaltlich und/oder fotografisch gelungen sind mit einem Stern. Wenn es mehrere Fotos einer Serie gibt, dann meistens nur ein Foto. Hier werden auch die ganz, ganz schlechten gelöscht.
So kann ich bei einer Präsentation später nur die guten Fotos durchgehen, bei speziellen Wünschen/Anwendungen habe ich jedoch noch mehr Auswahl.
- Bearbeitung in Capture NX
Nun lasse ich mir alle Fotos mit einem Stern in Capture NX anzeigen und bearbeite, welche es verdienen
Hier vergebe ich dann auch bei besonderen Fotos 2 oder mehr Sterne. Diese Information bleibt in den Raws gespeichert.
- Konvertierung mit Capture NX
Nun konvertiere ich alle Fotos in Capture NX. Durch das Konvertieren haben die jpgs nun auch alle die gleichen Tags, Sterne und GPS-Daten wie die Raws, so spare ich doppelte Arbeit. In Zukunft werde ich wohl auch das Fotografieren in Raw+Jpg ersparen und schieße nur noch in Raw. Da das Nikoneigene Format nef sowieso ein Vorschaubild in Originalgröße als jpg integriert hat, ist es doppelt kein Problem.
- Wiedereinlesen der Metadaten
Hatte man vorher schon jpgs in seinem Archivierungsprogram, so sollte man nun die Metadaten nochmals einlesen, damit die Datenbank konsistent bleibt.
Das Ganze geht wesentlich schneller als man denkt. Man kann natürlich beliebig viel Zeit in die Bearbeitung der Fotos unter Capture NX investieren, aber normalerweise bearbeite ich dort 5-10% der Fotos und benötige pro Foto kaum 60 Sekunden. Für 100 Fotos benötigt der ganze Prozess 10-20 Minuten effektive Arbeit.
Man kann natürlich beliebig viel Zeit in die Bearbeitung der Fotos unter Capture NX investieren, aber normalerweise bearbeite ich dort 5-10% der Fotos und benötige pro Foto kaum 60 Sekunden. Für 100 Fotos benötigt der ganze Prozess 10-20 Minuten effektive Arbeit. Wesentlich mehr Arbeit entsteht bei der Erstellung eines Fotobuches, wobei ich dort noch nicht die beste Software gefunden habe. Momentan arbeite ich mit Scribus für unter Linux. Anfänger würde ich erst einmal eine
kostenlose Fotobuch-Software empfehlen.